9 Bilder-Bienchen-Story
Geschrieben von Beat und seine Viecher am 17. Dezember 2005 17:06:23:
Wieder mal eine 9 Bilder-Story
Bild - 1 )
Angefangen hat alles am 26.08.05 als ich entdeckte,
dass bei meiner kleinen Mauer einige Bienchen aufgeregt
immer wieder oben den grössten Ast angeflogen haben.
Da es meiner Ansicht nach immer mehrere gleichzeitig waren
und die offensichtlich an verschiedenen Stellen landeten
wurde ich neugierig und wollte mir dies aus der Nähe betrachten.
Bild - 2 )
Nach einiger Zeit sah ich oben auf der Schnittstelle des Astes
an diversen Positionen auch schon Spuren ihrer Arbeit,
manchmal nur angefangene Mulden (rechts) und dann daneben richtige Löcher.
Wie diese Bohrerei eigentlich vonstatten ging das wollte ich unbedingt herausfinden,
vor allem aber auch feststellen, was es für Bienchen sind.
Bild - 3 )
Tagelang hatte ich schon versucht die Dame am vorderen Loch zu knipsen,
doch anfänglich war ihre Fluchtdistanz sehr gross
und wenn sie dann einmal da war, so bekam ich immer nur den Eingang
mit dem geschabten, ausgeworfenen Holz auf die Fotos.
Wieder einmal hatte ich mir die Erfolgslatte sehr hoch gesteckt !
Bild - 4 )
Gezeigt hat sie sich zwar immer wieder mal ganz kurz,
aber halt nur den Po oder Kopf und nie den ganzen Körper,
respektive sie war schneller weg als ich die Kamera richten konnte,
um sie aus dem Loch kriechend knipsen zu können,
meine Knipskiste ist einfach viel zu langsam für so was.
Bild - 5 )
Irgendwie musste ich dieses Tierchen für mein Vorhaben überlisten
und so kam ich auf eine vermeintlich gloriose Idee :
ein trockener, leichter Grashalm ins Loch gestellt sollte mir ihr Erscheinen ankündigen :
wenn sie heraus kriechen will, muss zuerst der Halm beseitigt werden.
Das Raspeln hörte man ja ganz deutlich, auch ohne das Ohr ans Holz zu halten.
Wenn dieses Geräusch also aufhören sollte und sobald der Halm sich bewegte,
sollte meines Erachtens die Zeitspanne genügend gross sein,
um die Kamera einzuschalten um beim Ausflug topp parat zu sein.
Bild - 6 )
Durch diesen Trick glaubte ich, auch relativ genügend Zeit zu haben,
um mich schnell mal zwischendurch anderen Gästen am Holz zu widmen zu können.
Ich weiss nicht mehr, wie manches Stück Grashalm ich in das Loch stellte,
immer wieder wurden sie raus gestossen und fielen zu Boden,
jedoch ohne dass die Biene an der Öffnung erschienen wäre,
oder aber die im unbeobachteten Augenblick bereits entflogen war.
Einmal kam ich gerade zum richtigen Zeitpunkt an den Ort des Geschehens :
der Grashalm fiel raus und meine kleine Freundin erschien an der Oberfläche
um das geraspelte Holz rückwärts wegzuschaffen!Alles schien unheimlich hektisch und es war kaum anzunehmen,
dass das einzige nun erhaschte Bild gelungen wäre.
Mehr als 40 Minuten lang habe ich noch auf der Mauer gehockt,
die anderen 3 Bienchen vom Ast hatten mich die ganze Zeit über immer wieder
recht heftig attackiert – wollen mich vertreiben.
Da mir sowieso langsam der Ar…m weh tat,
habe ich zum Rückzug geblasen unter dem Motto :
Morgen ist auch noch ein Tag – und ich habe viel Geduld !
Bild - 7 )
Mit den Tagen wurde ich für die Viecher zu einem Bestandteil der Mauer
und sie kümmerten sich kaum noch um mich.
Endlich konnte ich diverse Fotos machen, doch eigenartigerweise
waren die meisten davon undeutlich und verschwommen.
Jedoch solche Bilder wie das hier entschädigten die stundenlange Warterei
und den täglichen 95%-igen Ausschuss !
Bild - 8 )
Eines Tages bemerkte ich meine kleine Freundin, wie sie den ganzen ’Vorplatz’ absuchte
ihr Tun war völlig rätselhaft für mich !
Also musste ich möglichst viele Aufnahmen machen,
um vielleicht am Bildschirm das Rätsel lösen zu können.
Das Geräusch der Kamera jedoch hat sie dann so sehr erschreckt,
dass sie fluchtartig von dannen flog.
Bild - 9 )
Dann ging alles plötzlich sehr schnell :
die Kleine stürmte auf mich los und inspizierte hautnah mein Gesicht.
Ich liess sie gewähren denn ich weiss ja :
je schneller sie fliegen umso besser sehen Bienen,
genau so wie das auch für die Wespen und Hornissen gilt.
Die Zeit ihres Erkundungsfluges um meinen Kopf nutzte ich
um meine berüchtigte Honigdose aus dem Sack zu klauben
Deckel auf - Mittelfinger rein und ihr hingehalten . . .
Zu meiner völligen Überraschung vergingen nur Sekunden,
dann war sie wunschgemäss gelandet ! ! !Endlich - am 10.09.05 - nach langen 16 Tagen an der Mauer
mit jeweils mindestens einer Stunde geduldigen Wartens und Aufpassens
war der ersehnte Augenblick da : Madam konnte ausgiebig betrachtet werden !Wenn ich auf diesem Foto den doch recht festen ’Zungenschaft’ genauer betrachte,
so ist mir je länger desto weniger klar wie dieses Tierchen
mit den kleinen Mandibeln das doch recht harte Holz raspeln kann !
Eine kleine Story um den grauen Wintertag ein wenig zu erhellen ;-)mit herzlichem Gruss – ’Freilandforscher’ Beat
- Re: 9 Bilder-Bienchen-Story Sigrun B. 18.12.2005 22:59 (0)
- Re: 9 Bilder-Bienchen-Story Hans-Jürgen Martin 18.12.2005 20:16 (0)
- Re: 9 Bilder-Bienchen-Story- super Edith vom Kaiserstuhl 17.12.2005 18:44 (0)
- Re: 9 Bilder-Bienchen-Story Klaus Ellering 17.12.2005 17:34 (2)
- Re: 9 Bilder-Bienchen-Story Beat und seine Viecher 18.12.2005 20:19 (1)
- Re: 9 Bilder-Bienchen-Story Edith vom Kaiserstuhl 18.12.2005 21:19 (0)