Re: Bremsflüssigkeit DOT 5 auf Silikonbasis
Geschrieben von Micha HH am 25. April 2008 13:07:05:
Als Antwort auf: Re: Bremsflüssigkeit DOT 5 auf Silikonbasis geschrieben von Peter Kemm am 25. April 2008 11:52:30:
>>Ja hier ich, seit einem Jahr, allerdings habe ich auch die Stahlflexe neu gemacht, ORDENTLICHES spülen soll aber genügen. Die Dichtungen sollte man aber alle neu machen. Das Ding bremst jetzt, sowas habe ich noch nicht erlebt, jedenfalls an keiner meiner XSsen. Ich kann das nur empfehlen.
>>Matthias
>
>hierzu s.a. http://f27.parsimony.net/forum67740/messages/3638.htm
>Mit Teflon-/Stahlflex-Bremsleitungen ist meine XS seit 1980 ausgerüstet, etwa ebensolange fahre ich Silikon DOT5 Bremsflüssigkeit. Bei Wechsel auf Silikon wurden sämtliche Dichtungen erneuert und das System gründlich gespült.
>Bezüglich der grundsätzlichen Bremswirkung scheint ein Mißverständnis vorzuliegen. Diese kann nur durch andere Bremsbeläge oder/und Bremsscheiben oder Wechsel des gesamten Systems geändert werden.
>Der Ersatz von DOT4 Bremsflüssigkeit auf Mineralölbasis durch Silikonbremsflüssigkeit DOT5 ändert am Bremsverhalten beim 'normalen' Bremsen überhaupt nichts, anders siehts bei Paßabfahrten oder Gewaltbremsungen aufgrund der höheren Temperaturstabilität und der geringeren Wasseraufnahme und damit der geringeren Neigung zu Gas-, respektive Dampfblasenbildung von Silikon aus. Mit der Bildung von Dampfblasen in der Bremsflüssigkeit geht die Bremswirkung auch mit vollständig durchgezogenen Bremshebeln schlagartig gegen Null. Diese Sicherheitsreserven von Silikon DOT5 sollte man sich gönnen. Übrigens muß auch Silikonflüssigkeit regelmäßig gewechselt werden.
>Der Nachteil von neuen Gummibremsleitungen liegt vor allem in dem teigigen Bremsgefühl und damit der fehlenden 'Rückmeldung' aufgrund der Elastizität der Gummileitungen - man muß den Bremshebel faktisch bis an den Lenkergriff durchziehen und hat dann durchaus eine ordentliche Bremswirkung (bezogen auf das Baujahr und das Gewicht der XS1100), eine Überbremsung wird einem ggf. erst dadurch bewußt, daß man auf der Schnauze liegt. Das Gummimaterial wird ziemlich bald 'müde' und dann reicht selbst das Durchziehen des Bremsgriffs bis an den Lenker nicht mehr zum Aufbau eines ausreichenden Bremsdrucks - die Bremswirkung läßt rapide nach. Deshalb ist auch die relativ häufige Erneuerung der Bremsleitungen notwendig. Mit Teflon-/Stahlflex-Bremsleitungen hat man einen knallharten Druckpunkt sowohl bei der Hand- wie der Fußbremse - jede Erhöhung der Betätigungskraft setzt sich in eine Erhöhung der Bremskraft um, ohne daß sich die Bremshebel merklich weiterbewegen. Die dadurch bewirkte eindeutige Rückmeldung erleichtert das dosierte Bremsen ganz gewaltig. Dieses Verhalten bleibt über die gesamte Lebenszeit der Stahlflexe bestehen - wie lange die Lebenszeit ist, weiß ich nicht, ich habe noch die ersten, damals von einem Rennwagenausrüster angefertigten Leitungen drin.
>Peter
Unterschreibe ich so!
Gruß
Micha HH